Wenn aus Kunden Freunde werden

Birkenau/Petershagen (jk). Peter Kellner hatte sich früh vorgenommen, sich nach seiner Ausbildung zum Agrar-Betriebswirt im landwirtschaftlichen Bereich selbstständig zu machen. Am 1. April 1997 gründete er mit seinem Cousin Stefan Kellner dann auch eine GbR. Mit Traktoren machten sie Kompostumsetzungen für Kompostanlagen und übernahmen Transporte. "Wir sind damals aber schon damit angefangen, Kompost zu vermarkten", sagt der 42-Jährige über die Anfänge. Mit Treckern und zwei Anhängern fuhren sie Kompost zu den Landwirten im südhessischen Kreis Bergstraße.

TKB Kellner hat heute 19 LKW und beschäftigt 27 Mitarbeiter

Die Kundschaft wuchs schnell, und am 1. Januar 2004 gründeten beide die TKB Kellner GmbH, wobei TKB für "Transport, Kompost, Biomasse" steht. Auch Peter Kellners Ehefrau Corinna stieg mit ins Unternehmen ein. Heute gehören zum Fuhrpark 19 LKW, die Kundschaft ist bundesweit und die TKB Kellner GmbH beschäftigt 27 Mitarbeiter. "Wir haben jetzt eine gesunde Größe und wollen nicht mehr weiter wachsen, nur noch weiter optimieren", sagt Peter Kellner. Neuestes Geschäftsfeld ist die komplette Erntelogistik für Biogasanlagen.

Es sind die Auflieger Nummer 34 und 35

Die Entfernungen der Transporte nahmen zu, und so schafften sich Stefan und Peter Kellner ihren ersten LKW an. Nun brauchten sie aber noch einen Auflieger, und fanden über eine klassische Anzeige in einer Fachzeitschrift zu Wiese Fahrzeugbau. Den ersten Auflieger verkaufte noch Dirk Wiese, alle weiteren Burkhard Wiese. Jetzt holten Peter Kellner und sein Fuhrparkleiter Stefan Hagendorn, ein Mitarbeiter der ersten Stunde, die Auflieger Nummer 34 und 35 ab. Sie reisten mit ihren Scania-Zugmaschinen an und übernachteten vor den Wiese-Werkstoren in Meßlingen. "Die Abnahme macht Peter Kellner immer persönlich", verrät Burkhard Wiese.

"Hier habe ich alles aus einer Hand"

Als Zugmaschinen setzt der Unternehmer aus Birkenau auf Scania, der Anhänger-Fuhrpark besteht nahezu auschließlich aus Knapen-Aufliegern. Anfragen von anderen Herstellern und Händlern gab es viele, doch Peter Kellner blieb bei Wiese. "Hier habe ich alles aus einer Hand, selbst bei Unfallschäden. Ich bekomme dann einen Leihauflieger gestellt und brauche mich um nichts mehr zu kümmern. Es war mir immer sehr wichtig, nur einen Ansprechpartner für alles zu haben. Außerdem haben wir oft sehr spezielle Wünsche und Anforderungen. Und Wiese ist in der Lage, diese Anforderungen auch umzusetzen. Da stelle ich jetzt die Frage: Warum sollte ich wechseln? Es gibt dafür keinen Grund. Wiese, Knapen und wir sind zusammengewachsen", sagt Peter Kellner und ergänzt augenzwinkernd: "Solange sich Burkhard ordentlich benimmt, was die Preise angeht." Dazu Burkhard Wiese: "Zwischen uns ist ein freundschaftliches Verhältnis entstanden. Wir arbeiten ja auch im Mietbereich zusammen." Mit TKB Kellner hat Wiese-Trailer-Rent einen Standort in Südhessen.

Knapen-Schubbodenauflieger um 1,5 Meter gekürzt

Die beiden Knapen-Schubbodenauflieger, die TKB Kellner jetzt bekommen hat, sind beides Sonderanfertigungen von Wiese. Der zwölf Meter lange Dreiachser ist für einen restaurierten Scania Hauber gedacht. Der Auflieger wurde um anderthalb Meter gekürzt, um die Gesamtlänge von 16,50 Metern nicht zu überschreiten. "Wir haben die Lenkachse bewusst ein Stück nach hinten gesetzt, damit der Überhang nicht so lang ist und der Auflieger das Zugfahrzeug beim Abkippen des Kompostes nicht aushebelt", erläuter Peter Kellner, der sich ganz nebenbei wie ein kleines Kind über die Fernbedienung freut. Der kleinere Schubboden ist für den Transport von Zuckerrüben und Kalk für Südzucker gedacht. Den Transport hat Peter Kellner vom Kippauflieger auf Schubboden umgestellt. Das Transportgeschäft mit Südzucker betreibt auch die LTG Wetterau West, wobei das Besondere ist, dass Peter Kellner und Christian Kliem (LTG Wetterau West)  früher einmal Konkurrenten waren, sich bei Wiese kennenlernten und heute zusammenarbeiten.